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Samstag, 16. Februar 2019

Die große Lücke in den (Frei)-Kirchen- Zweiter Teil

Ich hab den letzten Post (Die große Lücke in den Freikirchen) bei der Facebookgruppe 1.000.000 Christen geteilt und gepostet und ich bekam dafür eher nicht positive Kommentare. Es führte zur Diskussion. Ich möchte das Thema Buße und Umkehr noch einmal besprechen, vor allem vor dem Hintergrund, mit welcher Erleichterung man dabei heraus gehen kann. Ich finde es hierbei wichtig, was die Bibel dazu sagt. In meiner kleinen Bibelkonkordanz in der Neues Leben Bibel (Begegnung fürs Leben) fand ich folgendes:

Lukas 15,8-10 (das Gleichnis von der verlorenen Münze) und
Lukas 15,11-32 (das Gleichnis vom verlorenen Sohn)

Das Gleichnis von der verlorenen Münze

8 Oder nehmt einmal an, eine Frau hätte zehn Drachmen1 und würde eine verlieren. Würde sie nicht eine Lampe anzünden und das ganze Haus auf den Kopf stellen, bis sie sie gefunden hätte?
9 Und wenn sie sie gefunden hätte, würde sie nicht ihre Freundinnen und Nachbarinnen rufen, damit sie sich mit ihr freuen, dass sie ihre verlorene Münze wiedergefunden hat?
10 Genauso herrscht Freude bei den Engeln Gottes, wenn auch nur ein einziger Sünder bereut und auf seinem Weg umkehrt.« 

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

11 Und Jesus erzählte ihnen auch folgendes Gleichnis: »Ein Mann hatte zwei Söhne.
12 Der jüngere Sohn sagte zu seinem Vater: `Ich möchte mein Erbteil von deinem Besitz schon jetzt haben.´ Da erklärte der Vater sich bereit, seinen Besitz zwischen seinen Söhnen aufzuteilen.
13 Einige Tage später packte der jüngere Sohn seine Sachen und ging auf Reisen in ein fernes Land, wo er sein ganzes Geld verprasste.
14 Etwa um die Zeit, als ihm das Geld ausging, brach in jenem Land eine große Hungersnot aus, und er hatte nicht genug zu essen.
15 Da überredete er einen Bauern, ihm Arbeit zu geben, und er durfte seine Schweine hüten.
16 Der junge Mann war so hungrig, dass er die Schoten, die er an die Schweine verfütterte, am liebsten selbst gegessen hätte. Aber niemand gab ihm etwas.
17 Schließlich überlegte er und sagte sich: `Daheim haben die Tagelöhner mehr als genug zu essen, und ich sterbe hier vor Hunger!
18 Ich will zu meinem Vater nach Hause gehen und sagen: Vater, ich habe gesündigt, gegen den Himmel und auch gegen dich,
19 und ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Bitte stell mich als einen deiner Tagelöhner ein.´
20 So kehrte er zu seinem Vater nach Hause zurück. Er war noch weit entfernt, als sein Vater ihn kommen sah. Voller Liebe und Mitleid lief er seinem Sohn entgegen, schloss ihn in die Arme und küsste ihn.
21 Sein Sohn sagte zu ihm: `Vater, ich habe gesündigt, gegen den Himmel und auch gegen dich, und bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.2´
22 Aber sein Vater sagte zu den Dienern: `Schnell! Bringt die besten Kleider im Haus und zieht sie ihm an. Holt einen Ring für seinen Finger und Sandalen für seine Füße.
23 Und schlachtet das Kalb, das wir im Stall gemästet haben,
24 denn mein Sohn hier war tot und ist ins Leben zurückgekehrt. Er war verloren, aber nun ist er wiedergefunden.´ Und ein Freudenfest begann.
25 Währenddessen war der ältere Sohn draußen auf den Feldern und arbeitete. Als er heimkam, hörte er Musik und Tanz im Haus
26 und fragte einen der Diener, was da los sei.
27 `Dein Bruder ist wieder da´, erfuhr er, `und dein Vater hat das Kalb geschlachtet, das wir gemästet hatten, und gibt nun ein großes Fest. Wir feiern, dass er wohlbehalten zurückgekehrt ist.´
28 Da wurde der ältere Bruder zornig und wollte nicht ins Haus gehen. Sein Vater kam heraus und redete ihm zu,
29 aber er sagte: `All die Jahre habe ich schwer für dich gearbeitet und dir nicht ein einziges Mal widersprochen, wenn du mir etwas aufgetragen hast. Und in dieser ganzen Zeit hast du mir nicht einmal eine junge Ziege gegeben, um mit meinen Freunden ein Fest zu feiern.
30 Doch jetzt, wenn dein Sohn daherkommt, nachdem er dein Geld mit Huren durchgebracht hat, feierst du und schlachtest unser bestes Kalb.´
31 Sein Vater sagte zu ihm: `Sieh, mein lieber Sohn, du und ich, wir stehen uns sehr nahe, und alles, was ich habe, gehört dir.
32 Wir mussten diesen Freudentag feiern, denn dein Bruder war tot und ist ins Leben zurückgekehrt! Er war verloren, aber jetzt ist er wiedergefunden!´« 
Danke an Bibleserver.com ! -Neues Leben Übersetzung
Neues Leben. Die Bibel © der deutschen Ausgabe 2002 / 2006 / 2017 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Max-Eyth-Str. 41, 71088 Holzgerlingen www.scm-brockhaus.de, E-Mail: info@scm-brockhaus.de 
 Das Gleichnis von der verlorenen Münze:

Eine Drachme entspricht in etwa einem vollen Tageslohn. Das ist nicht wenig! In der Neuapostolischen Kirche wurde immer gesagt, es sei nur so viel wie 10 Pfennige. Aber das ist ein Irrtum. Jesus spricht hier von einer !!!FRAU!!! die einen Tageslohn sucht. Von 10 Drachmen fehlt ihr einer. Den Arbeitslohn eines Tages sollte man nicht verlieren, weil er die Existenz sichert. Wenn ich den Text richtig verstehe, sucht Gott uns auch wie einen Tageslohn, weil er ohne uns unglücklich ist. Das Gleichnis endet mit dem Satz: "Genauso herrscht Freude bei den Engeln Gottes, wenn auch nur ein einziger Sünder bereut und auf seinem Weg umkehrt."

Ja, und dann Hand drauf, lass dich taufen. :-)
-könnte man so sagen.

Aber das Gleichnis Jesu sagt nichts darüber aus, ob die Engel feiern, wenn ein "Neubekehrter" zur Buße kommt, oder ob es ein im Glauben fest stehender ist. Aber darum geht es auch gar nicht. Das Gleichnis drückt aus, wie sehr sich die Engel über einen Sünder freuen, der zu Gott findet und wie wertvoll ein Mensch in den Augen Gottes ist. 

Jesus legt noch einen hinterher nach diesem Gleichnis; das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Wir kennen es alle, man muss nicht mehr viele Worte machen. Aber als der verlorene Sohn mit den Schweinen essen muss, was für einen Juden unvorstellbar ist, geschieht etwas mit ihm. Diese Verse sagen etwas über seine Gedanken aus:

17 Schließlich überlegte er und sagte sich: `Daheim haben die Tagelöhner mehr als genug zu essen, und ich sterbe hier vor Hunger!
18 Ich will zu meinem Vater nach Hause gehen und sagen: Vater, ich habe gesündigt, gegen den Himmel und auch gegen dich,
19 und ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Bitte stell mich als einen deiner Tagelöhner ein.´ 
-er stellt einen Plan auf, um den Hunger zu stillen. Er sucht nach Auswegen aus seinem Dilemma. Das ist in diesem Augenblick sogar ganz pragmatisch.
-er tut Buße!
-er will in Demut zu seinem Vater kommen und seinen Stand als Sohn aufgeben. Er kommt in Sack und Asche. 

Kennzeichnend ist, er war von Geburt an schon Sohn. Er wird immer Sohn bleiben. Das heißt doch auch, dass Kinder Gottes schon immer Kinder Gottes gewesen sind. Aber sie können vom guten Weg abirren. Und sie haben immer wieder die Möglichkeit, Buße zu tun. 

Die Freude, die der Vater in dem Gleichnis hat, hat ja Gott auch, wenn wir zu ihm kommen. Egal, wie es mit uns aussieht. Daher hat Buße tun einen sehr angenehmen "Effekt" und ist nicht nur unangenehm. Es ist ein Augenblick der unerwarteten Freude, wenn Gott die Sünden und Schulden zudeckt und vergibt. Der verlorene Sohn hatte sicherlich nicht mit dieser positiven Reaktion seines Vaters gerechnet. Als er bei den Schweinen war, wollte er nicht einmal mehr sein Sohn sein. Es war ihm mit Sicherheit peinlich, dass all das Geld jetzt weg war. 

Also in diesem Gleichnis kommt folgende Reihenfolge zum Tragen:
#Mist bauen
#Buße und Umkehr
#Gnade.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal verdeutlichen, dass Gott in seiner Gegenwart keine Sünde dulden kann. Aber es ist ein Unterschied, wenn ich zu Jesus gehe und Vergebung erfahre. Habe ich sie dann erfahren, kann ich in die Gegenwart Gottes. Das ist wohl im letzten Posting nicht klar geworden. Ich müsste dazu noch eine Bibelstelle finden...

finde ich beim besten Willen nicht. Der Römerbrief hat ein paar Aussagen, die darauf hinweisen könnten. Ich möchte nur sagen, in der Gegenwart Gottes (Gott-Vater) können wir als Sünder nicht bestehen. Dafür ist Jesus gestorben, weil er für unsere Sünden verurteilt worden ist. In diesem Licht sind wir dann wieder rein, wenn wir Gnade und Vergebung von Jesus erlangen.

Ich kann dazu noch den "Farbwechsel-Grundkurs des Glaubens" von Wolfram Kopfermann (leider kürzlich verstorben) empfehlen. Aber wahrscheinlich ist er schwer zu bekommen.

So weit, so gut.

Liebe Grüße,
Stephan Specht

Dienstag, 11. Juni 2013

Kommen neuapostolische Christen in den Himmel?

Es gibt einen kleinen Witz, der sich unter Aussteigern gern erzählt wird:

"Kommt ein Mann in den Himmel und sieht ein großes Gemäuer stehen. Da fragt er: "Wieso ist denn da dieses Gemäuer?" Petrus schaut etwas sparsam und sagt: "Das sind die Neuapostolen, die glauben allein hier zu sein!" :-D

In der Neuapostolischen Kirche wird bekannt und geglaubt, dass man nur in den Himmel kommen kann, wenn man durch die Hand eines lebenden Apostels die Heilige Versiegelung empfangen hat. Andere Christen haben leider umsonst geglaubt. Sie können zwar glauben in den Himmel zu kommen, aber es bringt ihnen nichts, weil sie nicht versiegelt sind. So ist ja in einfachen Worten die neuapostolische Lehre zu verstehen.

Und es gehört noch viel mehr dazu, um als neuapostolischer in den Himmel zu kommen:

-Ein neuapostolischer Christ muss sich im "Haus des Herrn" betätigen, sei es die Kirche pflegen, im Chor singen, viele Leute zum Gottesdienst überreden mitzukommen, Blumenschmuck, ein Amt übernehmen und das eben alles ehrenamtlich.

-Ein neuapostolischer Christ muss alle Veranstaltungen besuchen, damit er für Gott "würdig werden" kann. Darum erreicht man die Jungs nicht, weil sie tagsüber arbeiten müssen und abends immer in der Kirche hocken müssen. Es heißt in den Gottesdiensten regelmässig "jede Segensstunde ist auszukaufen" um sozusagen Treuepunkte von Gott zu bekommen. Jeder Gottesdienst, jede "Segensstunde" sei "ein Meilenstein auf dem Weg zur Ewigkeit"

-Ein neuapostolischer Christ muss treu seinen 10. in den Opferkasten werfen. Offiziell heißt es zwar zum Lob und zur Ehre Gottes, was ja auch richtig ist, doch als ich noch aktiv war, musste das sein, weil wir sonst keinen Segen von Gott erhoffen konnten.

-Ein neuapostolischer Christ hat ein Problem, wenn er am Freitag eine Sünde begeht. Die nächste Sündenvergebung ist am Sonntag, sollte Jesus am Sonnabend wieder kommen, kann er nicht dabei sein. So habe ich es noch gelernt. Ein Erwählter kann nur zu Gott kommen, wenn er eine weiße Weste hat. Wenn Jesus einmal am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, wozu braucht es eine Sündenvergebung durch Apostel? Ich habe in dieser Sekte Gott als sehr kleinkarierten und buchhalterischen Gott kennengelernt. 

-Und wer den Sektenaposteln nicht nachfolgt, dem ist das Elend und die Verdammnis sicher.

-Ein neuapostolischer Christ muss sich mit guten Werken überschlagen, damit er weitere Treuepunkte für seinen Himmel sammeln kann.

Das sind alles Hürden, die erfüllt werden müssen, um in den neuapostolischen Himmel zu gelangen. Das ist weit weg von der biblischen Lehre. Die Bibel sagt aus meiner Sicht, dass der Heilige Geist die guten Werke in uns erweckt und wir sie ausführen. Aber eben keine Gesetzmässigkeiten wie: Frau über die Straße helfen, Konsequenz, Gott freut sich und man ist dem Himmel ein Stück näher. So wurde es mir früher gesagt und es mag sogar sein, dass der modifizierte neuapostolische Glaube zu besseren Erkenntnissen gekommen ist. Durch den neuen Katechismus, den ich erst mal auswendig lernen müsste, haben sich Nuancen verändert.

Der evangelische, bzw. freikirchliche Christ sagt sich hingegen: Ich glaube an Jesus und seinen Tod und seine Auferstehung und dass er mich von allen Sünden heilt, darum komme ich in den Himmel. Und der Freikirchler fügt vielleicht hinzu: Ich habe ein persönliches Verhältnis mit meinem Erlöser... und so würde ich meinen Glauben mit den "Hürden" um in den Himmel zu kommen, auch beschreiben.

All diese oben aufgeführten neuapostolischen Gebote sind mit ihrer Begründung ("weil der liebe Gott das einfordert") Umwege, die eigentlich nicht zu Gott führen. Sie erinnern mich an Götzendienst und Religiosität. Wenn in der Neuapostolischen Kirche derartige Gesetze gelebt werden, müssten sie eigentlich die jüdischen Gesetze befolgen, denn dann brauchen sie sich nicht auf die Gnade berufen. Noch bis vor kurzer Zeit hat die zentrale Botschaft vom Kreuz keine große Rolle gespielt in der NAK. Ich beobachte die Gottesdienste nicht mehr und hab es seit 2007 nicht mehr getan, aber ich vermute, Jesus Christus ist eher nur ein guter Mann in dieser Sekte. Der spielt im Katechismus für die Ökumene nur eine größere Nebenrolle. Dabei ist gerade das lebendige Bekenntnis zu Jesus Christus das wesentliche Merkmal eines Christen. Da in dieser Sekte die sog. Christen an Menschen, und zwar an Apostel, gebunden werden und an eine Organisation, bleibt den neuapostolischen Christen vermutlich eine Menge Liebe von Gott verborgen und vorenthalten. Durch die oben aufgeführte Gesetzlichkeit wird an einen sehr kleinkarierten und buchhalterischen Gott geglaubt, der jeden Fehltritt ahndet, Panik, Angst und Unterdrückung auslöst. Das ist nicht der Jesus, wie er in der Bibel beschrieben wird.

Ich glaube aber, dass trotz diesem völlig obstrusen Gottesbildes die Neuapostolen auch in den Himmel kommen, obwohl sie ein völlig verzerrtes Gottesbild haben dürften. Da Neuapostolen zwar eine Bibel besitzen, könnten sie leicht dahinter kommen, was für Lügen ihnen aufgetischt werden, aber durch die jahrzehntelange Indoktrination von falscher Bibelauslegung bis hin zum dem Verbot, die Bibel selbst auszulegen, wurden sie in die Irre geführt. Denen man wirklich etwas vorwerfen muss, sind die Leiter, welche die Gemeinde in die Irre geführt haben. Und ich glaube, die falschen Apostel werden es bei Gott nicht einfach haben. Die Apostel und die Stammapostel haben die neuapostolische Lehre geprägt und dem "Volk Gottes" eingeimpft und den Gläubigen erzählt, "was wir sagen ist Wahrheit, weil es Gottes Wort ist" und somit nicht angefochten werden darf. Denn damals- vor noch 10 Jahren- war es Sünde, die Worte vom "Altar Gottes" anzuzweifeln und zu "sezieren". Wie wird das wohl heute gelehrt? Ich weiß es nicht. Das führte und führt heute noch dazu, dass das Gesagte kritiklos entgegengenommen werden muss und die neuapostolisch Gläubigen sich keine eigenen Gedanken machen sollen. Es ist jedenfalls nicht erwünscht. Darum glaube ich, hat Gott viel Gnade mit den Gläubigen, aber bestimmt nicht mit den Leitern dieser Kirche.

Sonntag, 31. März 2013

Ein Toter wird wieder lebendig! Eine Osterandacht

Es ist erstaunlich, aber es ist wirklich passiert: Einer wurde grausam ermordet und verließ nach drei Tagen wieder sein Grab -lebend! Würde ich das erleben, ich würde meinen Sinnen nicht trauen. Es widerspricht allen Erfahrungen und den Gesetzen der Natur. Was entgültig tot ist, wird erfahrungsgemäß nicht wieder lebendig.

So ging es auch den Frauen, die am dritten Tag nach der Kreuzigung Jesu mit Öl am Grab vorbeischauten und den Leichnam Jesu nicht mal wieder fanden. Er war weg! War es eine Grabschändung? Hatten Außerirdische eine Leiche gestohlen? Diese Ratlosigkeit findet sich auch im Evangelium von Lukas 24,1-4 wieder:
"Früh am Sonntagmorgen gingen die Frauen zum Grab und brachten die Öle mit, die sie vorbereitet hatten. Sie sahen, dass der Stein, der den Eingang verschlossen hatte, weggerollt war. So gingen sie in die Grabhöhle hinein, konnten aber den Leichnam von Jesus, dem Herrn, nicht finden. Sie waren ratlos und überlegten, was geschehen sein konnte." (Neues Leben Übersetzung, danke an bibleserver.com)

Für mich wäre es ein Horror, wenn ein frisch beerdigter Mensch am nächsten Tag nicht mehr da anzutreffen ist, wo ich ihn vermuten würde.-Tot im Sarg.
 
Nach dem biblischen Text folgt so gleich das Nächste ungewöhnliche -Lukas 24, 4-7: "Plötzlich standen zwei Männer in strahlenden Gewändern neben ihnen. Die Frauen erschraken und verneigten sich vor ihnen. Da fragten die Männer: »Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier! Er ist auferstanden! Erinnert ihr euch nicht, wie er euch in Galiläa sagte, dass der Menschensohn in die Hände sündiger Menschen übergeben und gekreuzigt werden muss und dass er am dritten Tag wieder auferstehen wird?« (Tageslosung für heute, 31.3.2013)
 
Wahrscheinlich waren es Engel, die erstmal kurz und bündig die Situation geklärt haben und ohne Umwege mitgeteilt haben, was passiert ist. Die Engel erzählen den Frauen, eine Leiche ist wieder lebendig geworden und man sucht die Lebenden nicht bei den Toten und überhaupt müsste ja jeder wissen, dass er am dritten Tage wieder auferstehen wird. Ist doch klarer Fall! 

Ich finde die Geschichte in diesem Kapitel vom Hergang erstaunlich. Sie drückt in sieben Versen kurz und bündig aus, was passiert ist und in einer Weise, die so selbstverständlich erscheint. Für mich eine der zentralen Bibelstellen der Christenheit. Das ist das unerklärliche Phänomen, Jesus ist auferstanden!
 
31.3.2013
"dpa. In Kiel wurde heute das offene Grab eines Toten entdeckt, dessen Leichnam jetzt verschwunden ist. Spuren schließen ein Verbrechen aus. Zeugen berichten von Männern in gleißend strahlenden Gewändern, die näheres über den Verbleib der Leiche bezeugen konnten. Diese Männer werden dringend gesucht. Die Zeugen stehen unter Schock und sind in psychologischer Behandlung. Das Bundeskriminalamt ermittelt wegen Grabesflucht und setzt alle Mittel der Forensik ein."

Ja, so krass wäre das. Das sind ganz schöne Klippen, an was wir Christen glauben.
 
Das große Wundern geht aber noch weiter:" Da erinnerten sie sich, dass er das gesagt hatte. Sie liefen schnell zurück, um den elf Jüngern - und allen anderen - zu berichten, was geschehen war. Die Frauen, die zum Grab gegangen waren, waren Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter von Jakobus und mehrere andere. Sie erzählten den Aposteln, was geschehen war, doch für diese klang die Geschichte völlig unsinnig, deshalb glaubten sie ihnen nicht. Nur Petrus lief trotzdem zum Grab, um nachzusehen. Dort angekommen, beugte er sich vor, um einen Blick hineinzuwerfen, und sah die losen Leinentücher; dann ging er weg und fragte sich verwundert, was geschehen war."
 
Jesu Tod und Auferstehung ist nur im großen Zusammenhang gut zu verstehen:

-Der erste Mensch Adam sündigte und so waren alle Menschen nach ihm von Gott getrennt und litten unter einer "Erbsünde" (Römer 5,12 fff).
-Wie an anderer Stelle erwähnt, muss für Sünde Blut vergossen werden. Darum trieben die Juden im Alten Testament einen "Sündenbock" in die Wüste, den sie mit all ihrer Schuld beluden. (Bibeltext siehe Jahreslosung 2013 in diesem Blog)
-Als Gott seinen einzigen Sohn sandte und ihn töten ließ, war der Weg zu Gott wieder frei. Denn Jesus, Gottes Sohn, ließ sich für die Sünden der Menschen kreuzigen. Er nahm die Schuld auf sich!
-Jesus ist wieder auferstanden, damit Gott durch seinen Sohn zeigen konnte, wie mächtig er ist und Tote wieder lebendig machen kann. Dadurch hat Gott gegen den Teufel und die Sünde gesiegt. Jesus starb keines natürlichen Todes, sondern fuhr gen Himmel.

Die Sünde kam durch einen einzigen Menschen in die Welt - Adam. Als Folge davon kam der Tod, und der Tod ergriff alle, weil alle sündigten. Ja, die Menschen sündigten schon, bevor ihnen das Gesetz gegeben wurde. Aber solange es kein Gesetz gibt, wird dies nicht als Schuld angerechnet. Und doch herrschte der Tod über alle Menschen von Adam bis Mose - auch wenn sie kein ausdrückliches Verbot Gottes missachteten, wie Adam es tat, der auf Christus hinweist, der noch kommen sollte! Und was für ein Unterschied zwischen der Sünde und Gottes überwältigendem Geschenk der Vergebung. Denn wenn der eine Mensch, Adam, durch seine Sünde vielen den Tod brachte, um wie viel größer ist dann das Geschenk Gottes, seine Vergebung, das der andere Mensch, Jesus Christus, so vielen brachte. Und dieses Geschenk Gottes hat völlig andere Folgen als die Sünde jenes einen: Denn während die Sünde des einen zur tödlichen Verdammnis führte, werden viele trotz ihrer Sünden von Gott unverdient gerecht gesprochen. Durch die Sünde des einen Menschen gerieten wir unter die Herrschaft des Todes, doch durch den anderen Menschen, Jesus Christus, werden alle, die Gottes Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit annehmen, über Sünde und Tod siegen und leben! Ja, die Sünde Adams brachte Verdammnis über alle Menschen, aber die Tat von Christus, sein erlösendes Handeln, macht alle Menschen in Gottes Augen gerecht und schenkt ihnen Leben. Weil ein Mensch Gott ungehorsam war, wurden viele Menschen zu Sündern. Doch weil ein anderer Mensch Gott gehorchte, werden viele Menschen in Gottes Augen gerechtfertigt. Das Gesetz aber wurde gegeben, damit alle Menschen erkennen konnten, wie sündig sie waren. Doch als das Ausmaß der Sünde unter den Menschen immer größer wurde, ist Gottes wunderbare Gnade noch grenzenloser geworden. So wie die Sünde also über alle Menschen herrschte und ihnen den Tod brachte, so herrscht jetzt Gottes wunderbare Gnade. Durch sie werden wir vor Gott gerecht gesprochen und gewinnen durch Jesus Christus, unseren Herrn, das ewige Leben. 
 
Soweit der Blog von Paulus an die Römer 5,12-21 (Neues Leben Übersetzung). Er hat es einfach so treffend gesagt. ;-)

Wir leben in der Zeit nach der Auferstehung und ich freue mich sehr über so viel Gnade und Vergebung. Sie ist nur von Jesus zu bekommen, weil er die Menschen liebt, wie kein anderer. Er liebt die Menschen, wenn sie ihre Sünden vor ihm bekennen und freut sich darüber. Dies gibt es alles gratis und ohne Gegenleistungen von mir. In dem Zusammenhang hat der schmerzhafte Tod und die rätselhafte Auferstehung einen Sinn!

Freitag, 12. Oktober 2012

Was Torten und Sünden gemeinsam haben

Wer wieder ein oder mehrere Stück Torten zu viel gegessen hat, spricht bei uns häufig davon, "ich habe gesündigt". Torten und Sünden haben aber nichts gemeinsam. Im deutschen Sprachgebrauch haben lediglich viele Kalorien die Eigenschaft, ein schlechtes Gewissen für den eigenen Körper auszulösen. ;-)

Tortensünden können leicht vergeben werden, man muss einfach nur wieder abnehmen!
Schwieriger wird es, wenn ich jemanden etwas getan habe oder mir etwas angetan wurde.

Hilft es, drei mal den Rosenkranz zu drehen? Ich denke nicht. Gute Taten und Bußhandlungen (Selbstkasteiungen oder in die Kirche gehen als Erlösung von den Sünden) können auch keine Sünde überdecken, weil sie nicht den Kern der Sünde angehen. Ich würde meine Sünden auch nicht mit Geld bezahlen. Ein Irrtum, von dem ich immer wieder höre. Für mich sind Sünden unbezahlbar. Aber einer muss ja dafür aufkommen...

Für mich hat Christus die Sünden bezahlt, weil er für mich ans Kreuz gegangen ist. Und meine Anklage gegen andere richte ich ans Kreuz, weil Jesus mein Sündenbock ist. (Christus ist gemeint, wenn in der Bibel von dem Lamm die Rede ist). Der Sündenbock wurde im Alten Testament geschlachtet, um für die Sünden des Volkes zu sterben. Heute nimmt Jesus die Schuld anderer auf sich- Jesus musste sterben, damit ich leben kann. Jesus erniedrigte sich selbst zum unschuldigen Opferlamm und ist der König der Christen. Der Glaube an Christus ist darum befreiend-im Gegensatz zu vielen anderen Behauptungen.

Wer mit dem eigenen Leben die Sünden anderer bezahlt, muss ein liebender Vater für uns alle sein.

Doch Vergebung braucht Zeit und vielleicht Heilung. Ich habe gelernt, ein Christ darf keine negativen Gefühle zeigen. Wut, Zorn, Angst, sich ärgern und Schmerzen sollen möglichst unterdrückt werden, weil sich Gotteskinder immer lieb haben. Es solle alles mit den Mantel der Liebe und der Vergebung überdeckt werden.

-Eine völlig falsche Vorstellung! Emotionen sind schließlich rein menschliche Regungen, die "raus" müssen und nicht verborgen werden dürfen . Wir können nicht auf der einen Seite ständiges Glück empfinden und "negative" Emotionen einfach unterdrücken. Dies nur als kleiner Exkurs.

Zum Bibeltext, Matthäus 18,21fff

Uneingeschränkte Bereitschaft, dem Bruder zu vergeben

21 Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte: »Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er immer wieder gegen mich sündigt? Siebenmal?« –
22 »Nein«, gab Jesus ihm zur Antwort, »nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal10!«

Das Gleichnis vom Schuldner, der Barmherzigkeit erfährt, aber selbst nicht gewährt

23 »Darum ´hört dieses Gleichnis`: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der mit den Dienern, die seine Güter verwalteten,11 abrechnen wollte.
24 Gleich zu Beginn brachte man einen vor ihn, der ihm zehntausend Talente12 schuldete.
25 Und weil er nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und seinem ganzen Besitz zu verkaufen und mit dem Erlös die Schuld zu begleichen.
26 Der Mann13 warf sich vor ihm nieder und bat auf den Knien: ›Hab14 Geduld mit mir! Ich will dir alles zurückzahlen.‹
27 Da hatte der Herr Mitleid mit seinem Diener; er ließ ihn frei, und auch die Schuld15 erließ er ihm.
28 Doch kaum war der Mann zur Tür hinaus, da traf er einen anderen Diener16, der ihm hundert Denare17 schuldete. Er packte ihn ´an der Kehle`, würgte ihn und sagte: ›Bezahle, was du mir schuldig bist!‹
29 Da warf sich der Mann18 vor ihm nieder und flehte ihn an: ›Hab Geduld mit mir! Ich will es dir zurückzahlen‹.
30 Er aber wollte nicht darauf eingehen, sondern ließ ihn auf der Stelle ins Gefängnis werfen, ´wo er so lange bleiben sollte,` bis er ihm die Schuld zurückgezahlt hätte.
31 Als das die anderen Diener19 sahen, waren sie entsetzt. Sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles.
32 Da ließ sein Herr ihn kommen und sagte zu ihm: ›Du böser Mensch20! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich angefleht hast.
33 Hättest du da mit jenem anderen Diener21 nicht auch Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?‹
34 Und voller Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er ihm alles zurückgezahlt hätte, was er ihm schuldig war.
35 So wird auch mein Vater im Himmel jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von Herzen vergibt.«
(von Bibleserver.com, Neue Genfer Übersetzung)

Unsere eigene, große Schuld ist am Kreuz vergeben worden. Wenn wir dann anfangen unsere Mitmenschen für ihre Verfehlungen anzuklagen, geben wir uns nicht großzügig. Wir tun uns nichts gutes damit, unseren Mitmenschen die Schuld hinterher zu tragen. Denn die dauernde Anklage lässt in uns die Wurzel der Bitterkeit wachsen. Und wenn wir nicht aufhören, die Wurzel der Bitterkeit mit Wut und Ärgern zu düngen, wird sie immer größer und durchdringt unser ganzes Wesen (Eph. 4,31, Hebräer 12,15). Nicht ohne Grund sagte Jesus, es würde nicht reichen, "nur" 7 x zu vergeben, sondern 7x70 mal. Das steht einfach nur für eine große Zahl. Sicher, hier ist auch ein bisschen biblische Zahlensymbolik im Spiel, die 7 als Zahl der Vollkommenheit im Quadrat mal 10. Es heißt für mich: Unendlich oft vergeben.

Die Sünde mag für Einzelne etwas Belastendes sein, ist sie aber nicht. Die zentrale Botschaft vom Kreuz lautet: "Es ist vergeben, hier ist kein Platz für ständige Schuldgefühle"

Die Sünde begreife ich als zentrale "Trennung" von Gott. Heute sehen wir das mit der Sünde eher gelassen: "Naja, ich habe halt ein Stück Torte zuviel gegessen, na und?" oder wir haben unseren Mitmenschen etwas Böses angetan -"na und?"

Vielfach reden Christen vom Leib Christi. Da ist das Haupt, der Kopf, Jesus selbst. D.h. wir sind mit Gott verwoben (schreibt auch Paulus). Was ist ein Mensch ohne Kopf? Was ist ein Mensch dann in Sünde, wenn er von Gott getrennt lebt? Richtig, viele leben heute im wahrsten Sinne des Wortes "kopflos". -Ohne Plan, ohne beständige Werteorientierung.

Das ist der Zusammenhang zwischen Gott und Sünde: Zwischen den Menschen und Gott liegt ein tiefer, unüberwindbarer Graben, der die Sünde ist. Verstehe ich den Tod Jesu aus der Warte der Gnade und Barmherzigkeit, kann ich zu Gott "kommen".

Hier ein kleines Rechenbeispiel für Interessierte:

-Schulden bei Gott-

Dem Nachbarn Äpfel gestohlen:       10 € Schulden
Nötigung im Straßenverkehr:           10 € Schulden
Nachbarn umgebracht:                    10 € Schulden
Zuviel Wechselgeld bekommen:        10 € Schulden
Jemanden bewusst gemieden:          10 € Schulden
Eine Frau verstohlen angesehen:       10 € Schulden
Lebenspartner angelogen:                10 € Schulden

Schulden Gesamt:                           70 €

Gutschrift Jesu Tod:                       140 €

Auszuzahlendes Guthaben von Jesus: 70 €


Jede Sünde wiegt gleich viel schwer, darum habe ich sogar den Mord am Nachbarn "nur" mit 10 € bewertet. Dies ist ja nur ein Beispiel und es wird sicher kein Geld vom Himmel fallen, aber, bekenne ich meine Sünden, freut sich Gott so sehr darüber, dass er mich noch beschenkt. Gott freut sich über Sündenbekenntnisse, denn dadurch kommen wir ihm wieder näher und das ist für ihn großartig. Gott sehnt sich so sehr nach dir und würde gerne mehr Kontakt zu dir haben, aber er würde sich niemals aufdrängen.


".